Biofeedback: Yoga des Westens, Esotera 11/97, Dagny Kerner und Imre Kerner

Teil 2 "Der galaktische Sieg von Blue Leader"
Wie kann ein Yogi im Himalaya seine Körpertemperatur so kontrollieren, daß er, nur mit einer leichten
Baumwollhose bekleidet, den Winter im Gebirge überlegt? Was verändert sich - physikalisch meßbar -
in unserem Körper, wenn wir einen tiefen meditativen Zustand erreichen? Es waren solche "yogisch-wissenschaftlichen"
Fragestellungen, die für Dr. Elmer Green und seine Mitarbeiter an der weltberühmten Menninger-Klinik am Anfang
der Entwicklung der modernen Biofeedback-Methode standen.
Mit Biofeedback schaffen es heutzutage Patienten in Hunderten von US-amerikanischen Arztpraxen und Krankenhäusern,
Migräne, Inkontinenz und Streß zu besiegen, chronische Schmerzen zu mildern oder ganz "in den Griff zu bekommen", im
fall von Herzkrankheiten den Blutdruck durch willentliche Körperkontrolle selbst zu senken, sich aus Sucht
und Abhängigkeit von der etablierten Droge Alkohol bis hin zu Kokain und Crack zu befreien oder gar den Kampf
mit bösartigen Tumoren aufzunehmen. "Das ist doch eine imponierende Reihe auch von schweren Krankheiten,
bei denen Biofeedback erfolgreich zum Einsatz kommt. Vor allem angesichts der Tatsache, daß es sich
um eine von jedermann relativ leicht und relativ schnell erlernbare Methode handelt." Dr. Patricia Norris,
Dipl.-Psych. und Tochter Elmer Greens, die zusammen mit ihrem Mann Dr. Steven Fahrion das Lebenswerk ihres
Vaters fortführt, kann mit gesundem Selbstbewußtsein bilanzieren. Ihr eigenes Institut mußte in den letzten
Monaten dank staatlicher Forschungsaufträge, dramatisch expandieren, und die von ihrem Vater aus dem in Deutschland
erfundenen "Autogenem Training" entwickelte Biofeedback-Methode ist durch eine Vielzahl von Studien fest in
den Wissenschaften von Medizin und Psychologie, besonders in den USA, verankert.
Die Grundlage des Biofeedback ist, unter Einsatz von technischen Hilfsmitteln verschieden tiefe Meditationen
zu erlernen. Dies macht es u.a. möglich, über das eigene Bewußtsein willentlich Körpervorgänge verschiedenster
Art zu beeinflussen, die sich normalerweise unserer Steuerung entziehen. Als eine erste Aufgabe lernen die
Patienten, willentlich die Temperatur ihrer Hände ansteigen zu lassen. Dabei helfen ihnen Apparate:
an den Händen angebrachte Temperaturfühler, verkabelt mit einem Meßgerät, an dem die Handtemperatur
jederzeit abzulesen ist. Zusätzlich hören die Patienten über Kopfhörer einen Ton, der nur dann entsteht,
wenn die Temperatur ansteigt. Sie sitzen bequem zurückgelehnt und versuchen durch Entspannung "irgendwie"
dafür zu sorgen, daß die Hände sich erwärmen. Physiologisch betrachtet, wird durch die Entspannung der Muskeln
in der Hand mehr Blut fließen, weil die Muskeln die Gefäße weniger einengen. Weil mehr Blut fließen kann,
steigt die Temperatur, am Meßgerät sichtbar und als "Feedback", also "Rückmeldung" über den Ton im
Kopfhörer auch akustisch wahrnehmbar. Wenn der Patient zum ersten Mal den Temperaturanstieg sieht und hört,
wird praktisch unwillkürlich das innere Befinden registriert, das sich durch die Entspannung eingestellt hat.
Es kommt zum ersten Aha-Erlebnis: "So muß ich mich also verhalten, damit die Temperatur meiner Hände in
die Höhe geht." Auf dieser Erkenntnis baut das Bewußtsein auf, ohne sich um die biologisch-körperlichen
Vorgänge kümmern zu müssen. Entspannung und Bewußtseinszustand hängen zusammen; bleibt die Person länger
und intensiver in der Entspannung, verändert sich der Bewußtseinszustand, und dies wiederum verändert die
körperlichen Vorgänge. Bis wieder ein Temperaturanstieg eintritt. Ein weiterer Schritt wurde vollzogen
und das Befinden wieder automatisch registriert. Bei der nächsten Biofeedback-Sitzung ist dieselbe Person
in der Lage, schon viel schneller auf das bereits kennengelernte Bewußtsein/Befinden umzuschalten und so
die Hände in kürzester Zeit zu erwärmen.
Im Fall von Bluthochdruck kann der Patient beim Training seinen Blutdruckwert an einem Apparat ablesen und
über Kopfhörer das Signal hören, wenn der Wert hinuntergeht. Der Lernvorgang ist im Prinzip derselbe wie
bei der Erhöhung der Temperatur der Hände, obwohl es sich um einen völlig anderen psychisch-physiologischen
Vorgang handelt. Nach und nach kann sich der Patient den inneren Zustand "erarbeiten", in dem sein Blutdruck
sinkt, und ist immer besser in der Lage, ihn auch außerhalb des Trainings auf Dauer zu halten.
Auf den ersten Blick könnte man folgern, daß Biofeedback auf Vorgänge im Körper, die aus technischen Gründen
nicht ständig gemessen werden können, nicht anwendbar sei. Wie zum Beispiel, wenn es um die Stärkung
der körpereigenen Abwehr, des Immunsystems geht. Oder sogar willentlich das eigene Immunsystem auf eine spezielle
Aufgabe zu konzentrieren, wie die Zerstörung eines Tumors. Doch wer einmal verschiedenste Formen des
apparativ unterstützten Biofeedback gelernt hat, die Temperatur der Hände und seine Herztätigkeit steuern kann
und Muskeln entspannt, zu denen man normalerweise keinen willentlichen Zugriff findet, hat viel mehr gelernt,
als diese Übungen erfolgreich durchzuführen. Meditative Zustände wurden erlernt, Ebenen des Bewußtseins,
in denen Körperkontrolle viel weiter geht, als wir es normalerweise für möglich halten.
In diesen Bewußtseinszuständen denkt man häufig in Bildern, man sieht die Gedanken als Bilder. Es ist mehr
ein Erleben als eine Visualisierung. Patienten sind in der Lage, mit dem Bewußtsein durch den eigenen Körper
zu "wandern". Es ist sogar möglich, die eigenen inneren Organe zu "besuchen", um ihren Zustand, wenn man dort ist,
einfach zu "wissen". Das Wissen entsteht nicht durch einen gedanklichen Vorgang, es ist nicht bewußt gesteuert,
es handelt sich nicht um die Erstellung eines Inventars. Das Wissen ist vielmehr plötzlich da, als etwas Ganzes.
Viel Training ist dafür nötig, aber jeder kann eher in Wochen als in Monaten diese Möglichkeiten für sich
eröffnen, um Zugang zu seinem eigenen kreativen Potential zu finden oder um sich selbst zu heilen. Im Fall
von Krankheit besteht der wichtigste Unterschied zwischen der modernen Biofeedback-Methode und der heute üblichen
medizinischen Behandlung darin, daß es beim Biofeedback - statt Medikamenten und Arzt - der Kranke selbst ist,
der die Behandlung übernimmt, indem er scheinbar nicht steuerbare körperliche Vorgänge willentlich kontrolliert,
ändert, steuert und sich heilt. Auch jenseits der schulmedizinischen Grenzen. (siehe auch das Buch "Heilen" der
Autoren dieses Artikels, Verlag Kiepenheuer & Witsch 1997) Wie im Fall des neunjährigen Garrett Porter.
Diagnose: bösartiger Hirntumor, nicht operabel.

Als Garrett 9 Jahre alt war, zu Beginn seines vierten Schuljahres, wurde bei ihm durch Computertomographie
ein Tumor in der rechten Gehirnhälfte diagnostiziert. Da eine Operation aufgrund der Lage des Tumors ausgeschlossen
war, blieb die Strahlentherapie die einzige Behandlungsmöglichkeit. Am dritten Tag nach seiner Krebsdiagnose
fragte Garrett seinen Vater, ob "dieses Ding" ihn töten könnte. Und sein Vater antwortete, ja, das sei möglich.
Garrett war fassungslos, er war noch keine 10 Jahre alt und sollte vielleicht bald sterben. Mit der Strahlentherapie
wurde sofort begonnen. Seine Eltern beschlossen, das Leben irgenwie "von Tag zu Tag zu meistern". Wo noch eine Woche
zuvor die Zukunft ihres Sohnes scheinbar so sicher vor ihnen gelegen hatte, gab es plötzlich nur noch ein Nichts.
Jeden Abend, wenn sein Vater heimkam, blieb er vor der Treppe stehen und rief nach Garrett. Wenn er Antwort
bekam, wußte er, daß sein Sohn noch lebte. Wenn Garretts Mutter ihn morgens weckte, war sie jedes Mal
überglücklich, wenn er aufwachte...
Natürlich bekam Garrett ihre Gefühle mit: "Ich wußte, daß meine Eltern mich lieben und keinen größeren
Wunsch hatten, als daß ich wieder gesund würde. Aber ich wollte, daß sie nicht ständig an meine Krankheit
dächten, daß mein Leben nicht die ganze Zeit Tumor, Tumor, Tumor wäre." Seine Eltern, beide im Gesundheitswesen
angestellt, bemerkten rechtzeitig, daß sie alle psychologische Hilfe brauchten und natürlich eine optimale
therapeutische Behandlung für Garrett nach der Strahlentherapie, von der die Krankenhausärzte abschließend
sagten, dies sei ihre "einzige effiziente Waffe gewesen".
Die Porters kannten die Menninger-Klinik und hatten von der dort entwickelten Biofeedback-Methode gehört.
Während sie selbst eine Gesprächstherapie machten, kam Garrett zum Biofeedback zu Dr. Patricia Norris.
Sie hatte damit zwar schon große Erfolge bei Migräne, Streßminderung und Herzkrankheiten erzielt,
aber Garrett war ihr erster Krebspatient und noch dazu ein Kind. Alle bekannten Übungsprogramme waren
auf Erwachsene zugeschnitten; Garrett fand sie langweilig. Er schlug vor, zusammen ein Biofeedback-
Trainingsprogramm für Kinder zu entwickeln. Garrett war ein "Trekkie", ein Fan der Fernsehserie "StarTrek",
mit ihren immer neuen Abenteuern unterwegs in fernen Galaxien des Weltraums. Für seine Visualisierungsübungen
die er während der Therapie einmal pro Woche in der Klinik und jeden Abend vor dem Einschlafen allein zu
machen hatte, erfand er mit seiner Therapeutin ein Weltraumszenario. Garrett selbst war darin "Blue Leader",
der Führer eines Geschwaders von Kampffliegern. Sein Gehirn wurde durch das Sonnensystem symbolisiert,
und sein Tumor war ein ins Sonnensystem eindringender Planetoid, der das gesamte System gefährdete.
Pat Norris fungierte als Bodenstation, im ständigen Dialog mit "Blue Leader". Garrett machte die
hörspielreife Kassette für die Übungen selbst, mit Geräuschen, Dialogen und einem Text, der so begann:
"Jetzt gleich erfahren Sie von einer Methode, die benutzt wird, damit Kinder Tumore und Krebserkrankungen
bekämpfen...".
Durch die gesteuerten Visualisierungen, die auf dem Biofeedback-Training aufbauten, wurde immer wieder
auch eine Brücke geschlagen zu Bildern, die manchmal mit beängstigender Kraft aus tieferen Schichten
seiner Persönlichkeit auftauchten, ungesteuert und für ihn selbst überraschend: "Achtung Bodenstation!
Meine Mission war eigentlich gerade beendet, aber jetzt hat der Computer ein Raumschiff identifiziert,
das mit vielen verschiedenen Leuten vom feindlichen Planetoiden besetzt ist. Das Schiff ist in der Lage,
einen neuen Planetoiden aufzubauen. Computer, Computer, was soll ich tun? ... Der Computer schlägt "zerstören"
vor, Bodenstation, was ist Ihr Vorschlag?" Bodenstation (Dr. Norris): "Ich habe mitgehört. Vielleicht sollten
Sie dem Vorschlag des Computers folgen?" Garrett: "Ich bin schon dabei. Lenkwaffen! Feuer! ... Getroffen,
Volltreffer! ... Keine Überlebenden, das Raumschiff ist vollständig zerstört!" Bodenstation: "Blue Leader,
checken Sie unbedingt Ihr Immunsystem, die weißen Blutkörperchen!" Garrett: "Check eingeleitet, Vollscannung
aktiviert. Viele wurden von den Feinden abgeschossen. Macht nichts, Bodenstation. Habe sofort Programm zur
Neubildung weißer Blutkörperchen gestartet!"
Solche "Volltreffer" wie diesen, der die tiefsitzende Angst vor Metastasen des Tumors vielleicht nicht nur
symbolisch besiegte, hatte Garrett nicht immer. Der feindliche Planetoid und seine Raumschiffe verfügten
über die Fähigkeit zur Tarnung, und Blue Leader verfehlte auch manches Mal sein Ziel. Garrett hatte mit Hilfe
des Biofeedback extrem schnell gelernt, verschiedenste Körperfunktionen zu kontrollieren. Er wurde ein Meister
darin, seine Hände um mehrere Grad zu erwärmen oder seine Muskeln fast vollständig zu entspannen.
Seine Eltern schafften das nicht. Er konnte seinen Körper besser steuern als sie, mit seinem Bewußtsein:
"Erwachsene haben immer die Vorstellung, daß sowas vielleicht nicht geht. Ich bin aber ein Kind. Und ich
verstehe jeden Tag besser, daß ich mit meinem Kopf die Vorgänge in meinem Körper steuern kann. Das finde ich
richtig cool, endlich gibt es etwas, das ich besser kann als die Erwachsenen."
Es gab gute Tage und schlechte Tage. Sein Selbstbewußtsein wuchs. Trotzdem ging es ihm in den ersten Monaten
nach der Strahlentherapie körperlich schrittweise schlechter. Der "feindliche Planetoid" in Garretts rechter
Hirnhälfte zeigte Auswirkungen, die die gesamte linkseitige Koordination seines Körpers betrafen: Nach dem
linken Arm konnte er sein linkes Bein nicht mehr richtig bewegen. Er bekam eine Schiene zum Laufen. Aber wenn er
einmal hinfiel, war er nicht mehr in der Lage, allein aufzustehen. Zu diesem Zeitpunkt sagten die Ärzte den
Eltern, er hätte nur noch ein Jahr zu leben.
Garrett ging weiter zur Schule, obwohl er unter Sehstörungen litt. Schlimmer aber war es, die Ängste seiner
Lehrerin zu spüren, die sich davor fürchtete, ein womöglich todkrankes Kind in ihrer Klasse zu haben.
Da war sie dann wieder, die Frage nach Leben und Tod. Garrett: "Das war für mich die wichtigste Frage überhaupt.
Ich mußte mich entscheiden, ob ich mich all den Schmerzen, der ganzen Quälerei, weiter aussetzen sollte oder
ob ich den Kampf aufgeben wollte. Ich mußte all meine Kräfte in diesen Kampf geben, eine Art Krieg gegen den
Hirntumor. Und als mir das richtig klar wurde, entschied ich mich, alles einzusetzen, mein Immunsystem,
die weißen Blutzellen und meinen Mut. Nie war ich ein Feigling gewesen. Ich entschied mich zu leben.
Der ganze Kampf spielte sich im Inneren meines Gehirns ab, und es war jetzt meine Sache, den Tumor zu besiegen.
Garrett gründete mit Unterstützung seiner Ärzte eine Telefon-Hotline für alle schwerkranken Kinder Topekas,
um zu reden, um sich untereinander zu treffen. Er half sich auch selbst, indem er Hilfe für andere Kinder
organisierte. Im Verlauf seiner Biofeedback-Therapie entwickelte Garrett für seine Visualisierungen ein neues,
biologisches Szenario, das die "geistigen Reisen durch den Weltraum" nach und nach ablöste. Nun ging er
auf Erkundungsfahrten durch sein Gehirn. Er war ein kleines Lebewesen, das sich durch Kanäle und Hirnkammern
bis zum Tumor vorarbeitete. Der sah aus "wie ein Klumpen rohes Hackfleisch". Mit seiner "sinnlosen Struktur"
kam ihm der Tumor "dumm vor, unorganisiert und nicht mal besonders mächtig". Hunderte, Millionen von
seinen Immunzellen waren vor Ort, um ihn anzugreifen, ihn zu zerlegen, ihn aufzuessen. Sie trugen Radarantennen,
die jeden Feind aufspüren konnten. Die weißen Blutkörperchen waren allwissend, organisiert, und ihre Suchmannschaften
bildeten Patrouillen, die pausenlos im Einsatz waren. Mehrmals täglich und immer am Abend vor dem Einschlafen
machte er diese inneren Reisen. Sogar anderen Kindern von der Hotline konnte er seine Entspannungsübungen
und Visualisierungen beibringen. Seiner Mutter kam er schon wie ein professioneller Therapeut vor.
Und dann, etwa gegen Ende des Schuljahres, kam zuerst langsam, dann immer schneller eine Wende. Alle bemerkten
zunächst nur, daß er insgesamt gesünder wirkte. Er selbst fühlte sich kräftiger. Er konnte wieder aufstehen,
wenn er hingefallen war. Der Arm wurde beweglicher, mit dem linken Bein konnte er wieder kleine Schritte machen.
Es war ein großer Tag für Garrett, als die Ärzte entschieden, daß seine Schiene, die er jetzt bald ein Jahr
getragen hatte, überflüssig war. Zusammen mit seinem besten Freund zerschlug er sie in Einzelteile.
Garrett: "Und etwas später passierte es dann. Ich lag im Bett und machte wie jeden Abend meine Tiefenentspannung
und die Visualisierungsübungen und hatte Spaß damit. Da traf es mich fast wie ein Schlag: Ich konnte meinen
Tumor nicht finden. Ich hatte dieses ganze Programm jetzt ein Jahr lang gemacht, und nun fand ich ihn nicht.
Also fing ich nochmal von vorne an, aber ich konnte ihn wieder nicht finden. Da dämmerte es mir: Ich sah den
Tumor nicht, weil er gar nicht mehr da war! Es gab da nichts mehr, nur einen ganz kleinen weißen Fleck. Aufgeregt
rief ich meinen Vater, er glaubte mir nicht. Meine Eltern meinten, ich hätte mich nicht genug konzentriert.
Also machte ich wieder alle Übungen von vorn - der Tumor war nicht da.

Am nächsten Tag war ich sofort bei meiner Biofeedback-Therapeutin in der Klinik. Wir sind zusammen auf die
innere Reise durch mein gesamtes Gehirn gegangen, Abschnitt für Abschnitt, der Tumor blieb unauffindbar.
Da haben wir alle weißen Blutzellen zu einer Party eingeladen und gesungen und Regenbögen tanzen lassen.
Ein großer Kampf war gewonnen, die Guten haben die Dunklen besiegt. Ich weiß noch genau, wie eine Woche zuvor
eine entscheidende Schlacht stattgefunden hatte, ein Überraschungsangriff sämtlicher Zellen meines Immunsystems
auf den Tumor, ein großer Kampf, aus dem ich als Sieger hervorging!"
Seine Therapeutin beobachtete diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Schließlich war Garrett ein Kind,
vielleicht hatte er keine Lust mehr zu seiner Therapie, vielleicht war das Verschwinden seines Tumors
reines Wunschdenken. Aufklärung konnte nur eine zusätzliche Computertomographie bringen, doch das war
medizinisch nicht vertretbar wegen des damit verbundenen Stresses für Garrett. So beschloß sie zusammen mit
ihm, alle Übungen beizubehalen, mit einer Änderung: Die Zellen des Immunsystems würden weitersuchen und arbeiten,
aber als allgemeiner Suchtrupp, gegen Viren, Bakterien und überhaupt alle Eindringlinge.
Einige Wochen später gab es einen "mysteriösen Unfall". Garrett fiel morgens die Treppe hinunter und blieb
einen Moment bewußtlos am Boden liegen. Sein Kinderarzt empfahl eine Computertomographie, falls Garrett sich
in den kommenden Stunden übergeben würde oder Schwindelgefühle einsetzten. Anzeichen für mögliche
Schädelverletzungen durch den Sturz. Garrett kam mittags aus der Schule und mußte sich übergeben...
Nach der Computertomographie sollte Garrett noch einige Minuten mit seiner Mutter im Krankenhaus warten.
Als der Arzt sagte, er habe etwas Wichtiges mitzuteilen, bat Garretts Mutter ihn, damit zu warten. Sie hatte
mit ihrem Mann vereinbart, alle wichtigen Informationen zu Garretts Krankheit gemeinsam zu erfahren.
Garretts Vater kam per Taxi ins Krankenhaus. Der Arzt teilte ihnen mit, daß Garrett keine Schädelverletzungen
habe - und daß der Tumor verschwunden sei. Alles, was er noch auf den Aufnahmen sehen könne, sei ein erbsengroßes,
kalkiges Fragment an der Stelle, wo der Tumor gewesen war!
Als Garrett und seine Mutter gemeinsam zur nächsten Therapiesitzung in die Menninger-Klinik kamen, sagte
seine Mutter in ihrem Überschwang von Glück, dieses Wunder habe allein Garrett mit dem Biofeedback und
seinen Visualisierungen bewirkt. Doch Garrett unterbrach sie: "Das stimmt nicht. Die Strahlentherapie am
Anfang hat mir sehr wohl geholfen. Sie hat den Tumor aufgeweicht. Nur so war es möglich, daß ich ihn mit meinem
Immunsystem dann endgültig vernichten konnte." Garrett macht gegenwärtig immer noch seine Biofeedback-Übungen,
sie wurden Teil seines Lebens. Er ist heute 26 Jahre alt und von Beruf Pilot.
Homepage Dr. Imre Kerner, Buchautor und Leiter der ISSTE, Imre Kerner Int. School of Therapeutic Touch and Energy