"Neue Hoffnung bei Multipler Sklerose"
Interview von Christine Wagener-Thiele mit Dr. Wolfgang Weihe
"Natur und Heilen" 5/2003

"Rund zwei Drittel aller MS-Fälle verlaufen gutartig, das ist die wichtigste Nachricht für alle Neubetroffenen", so der Neurologe Dr. Wolfgang Weihe. Und fast alle Verläufe reagieren besonders empfindlich auf die Lebensumstände: "Körper und Seele sind bei der MS nicht voneinander zu trennen." Jeder Patient ist deshalb schlecht beraten, wenn er einseitig auf Medikamente setzt, und dabei eine gesunde Ernährung und eine Harmonisierung der Lebensweise vernachlässigt. Dr. Wolfgang Weihe ist einer der wenigen Neurologen in Deutschland, die einen ganzheitlichen Weg in der MS-Therapie gehen. Grund genug für ein aktuelles Porträt dieses mutigen Arztes in NATUR & HEILEN.

Multiple Sklerose (MS) ist eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Mindestens 150.000 Menschen in Deutschland sind daran erkrankt, rund 4000 kommen jährlich hinzu. Die häufigsten Symptome sind Taubheit und Lähmungen in den Armen oder Beinen sowie schwere Sehstörungen. Auch Drehschwindel, Ohnmachten und Nervenschmerzen können auftreten. Die Störungen treten meistens als Attacken (Schübe) auf, die nach einigen Wochen wieder zurückgehen.

Betroffen sind vor allem junge Menschen im Alter zwischen 20 und 40. In den USA und Europa ist MS die häufigste neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter. Die Ursache ist bis heute nicht bekannt.

GANZHEITLICHE ANSÄTZE IN DER NEUROLOGIE? FAST VÖLLIGE FEHLANZEIGE

Viele Patienten wünschen sich mehr alternative Ansätze in der MS-Behandlung. Doch mit einer ganzheitlichen Therapie ist es in den meisten Neurologen-Praxen nicht weit her: 60-70 % aller MS-Patienten werden heute über lange Jahre hinweg fast ausschließlich mit Cortison und Interferon behandelt. Als ganze und aktive Person betrachtet zu werden - eine Einheit aus Körper, Geist und Seele, fähig zur Mitarbeit und zu eigenen Entscheidungen - davon können die meisten Menschen mit MS bis heute nur träumen.

INTERVIEW MIT DR. WEIHE

Nur wenige Neurologen gehen einen ganzheitlichen Weg. Zu Ihnen gehört Dr. Wolfgang Weihe. Seit Anfang September 2002 ist er leitender Oberarzt an der Klinik Dr. Evers im Sauerland. Der Neurologe setzt seit Jahren konsequent auf einen ganzheitlichen Ansatz in der MS-Therapie. Das folgende Interview führte Christine Wagener-Thiele, seit 17 Jahren MS-betroffen und Autorin des Buches "Natürliche MS-Therapien" (www.ms-kompass.de)

ZWEI DRITTEL DER MS-FÄLLE VERLAUFEN GUTARTIG

NATUR & HEILEN: Herr Dr. Weihe, MS gilt auch heute noch als Krankheit bei der die meisten Betroffenen mit Rollstuhl und schweren Behinderungen rechnen müssen. Ist das wirklich so?

DR. WEIHE: Die wichtigste Botschaft an alle Neubetroffenen ist die, daß sich das Erscheinungsbild der MS seit der Einführung der Kernspintomographie grundlegend geändert hat. Die Untersuchung ist so genau, daß immer häufiger leichte und leichteste Krankheitsfälle diagnostiziert werden, die sich früher jedem Nachweis entzogen hätten - so wie man mit einem Netz, dessen Maschen immer enger werden, immer kleinere Fische fängt.

Es wird heute geschätzt, dass zwei Drittel der MS-Erkrankungen einen gutartigen Verlauf nehmen. Sie verkürzen also weder die Lebenserwartung, noch führen sie zu einer schweren Gehbehinderung. Gerade diese im Prinzip gutartigen Verlaufsformen reagieren besonders empfindlich auf die Lebensumstände. Sie entgleisen oft nur dann, wenn die Abwehrkräfte durch körperliche oder seelische Überlastungen darniederliegen. Nur ein Patient, der über die Zusammenhänge Bescheid weiß, kann diesen Gefährdungen durch eine vernünftige Lebensweise entgegenwirken.

NATUR & HEILEN: Spielt die Lebensweise für die aggressiveren Formen keine Rolle?

DR. WEIHE: Sicher auch - aber in geringerem Maß. Es gibt MS-Erkrankungen, die grausam sind und unerbittlich fortschreiten, egal, wie tapfer und vernünftig jemand mit seiner Krankheit umgeht und wie viel Liebe und Verständnis ihm von seinen nächsten Verwandten und Freunden entgegengebracht werden. Es wäre unangemessen, diese Verläufe zu psychologisieren, denn damit würde man den Betroffenen zu ihrer Verzweiflung noch die zusätzliche Bürde auflasten, selbst an ihrem Schicksal schuld zu sein. Aber das ist nur ein relativ kleiner Prozentsatz, der nach meiner Erfahrung nicht höher als 15 Prozent liegt.

DER ERREGER IST NICHT DIE URSACHE

NATUR & HEILEN: Was ist für Sie die Ursache der MS - und was kann man tun?

DR. WEIHE: Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass es einen MS-Erreger gibt. Ich bin ziemlich sicher, dass es sich dabei um das Epstein-Barr-Virus (EBV) handelt. Aber auch wenn sich das bewahrheiten sollte, darf man den Erreger nicht mit der ursache verwechseln.

NATUR & HEILEN: Wie ist das zu verstehen?

DR. WEIHE: Es ist eine hochinteressante Tatsache, dass MS-Betroffene ohne Ausnahme, also zu 100 % mit dem EBV infiziert sind. Aber auch viele Gesunde haben sich irgendwann einmal in ihrem Leben mit dem Erreger auseinandergesetzt, ohne eine MS zu bekommen. Es ist also nur eine notwendige, keineswegs aber hinreichende Ursache für die MS. Ich glaube, dass der MS-Erreger an sich relativ harmlos ist und viele von uns befällt. Schaden kann er nur dann stiften, wenn mehrere unglückliche Umstände zusammentreffen, die die Abwehrkraft schwächen. Damit ist die MS im wirklichen Sinn eine multifaktorielle Krankheit.

DIE EBV-STRESS-HYPOTHESE

NATUR & HEILEN: Wenn es einen MS-Erreger gibt, hat dann die MS nichts mit unserer Zivilisation zu tun?

DR. WEIHE: Doch, sie ist beides: eine Virus- und eine Zivilisationskrankheit. Der Virus allein reicht nicht, es muß etwas hinzukommen. Etwas, das dem Virus einen fruchtbaren Boden bereitet, z. B. eine ungesunde Ernährung - vor allem aber Streß. Erst vor kurzem wurde gezeigt, daß sich in der weißen Substanz des Gehirns von MS-Kranken unter Streß ein Eiweiß ausbildet, das unter normalen Umständen im menschlichen Körper nicht vorkommt, das Hitze-Schock-Protein. Es hat ein Erkennungsmerkmal, eine Kette aus fünf Aminosäuren in der Reihenfolge R-R-P-F-F. Genau diese Kette kommt auch im Eiweißmantel des EBV vor. So lautet die sogenannte EBV-Streß-Hypothese der MS: Irgendwann in der Kindheit infiziert man sich mit dem EBV und die Lymphozyten bilden Antikörper gegen R-R-P-F-F. Sie bleiben so lange harmlos, bis es in extremen Belastungssituationen zur Ausbildung vom Hitze-Schock-Protein im Gehirn kommt. Dann greifen die Lymphozyten die weiße Hirnsubstanz an, wel sie glauben, es handele sich um einen Eindringling.

DIE MS-THERAPIE MUSS GANZHEITLICH SEIN

NATUR & HEILEN: Welche Auswirkungen hat das auf die Therapie?

DR. WEIHE: Wenn die EBV-Streß-Hypothese stimmt, dann bedeutet das, dass Körper und Seele bei der MS nicht voneinander zu trennen sind. Das Therapiekonzept muss also ganzheitlich sein.

NATUR & HEILEN: Was bedeutet für Sie Ganzheitlichkeit?

DR. WEIHE: Der wichtigste Punkt ist, dass zwischen Körper und Seele ein kompliziertes Netz von Wechselbeziehungen besteht. Zweitens wird vom Patienten erwartet, dass er Mitverantwortung für seine Gesundung übernimmt. Drittens wird der Individualität jedes Menschen eine hohe Bedeutung beigemssen. Und viertens gehe ich davon aus, dass eine Selbstheilungskraft im Körper existiert, die man mit Hilfe natürlicher Verfahren aktivitieren kann.

NATUR & HEILEN: Wie sieht das konkret aus?

DR. WEIHE: Zentral ist für mich die Analyse der eigenen Erkrankung, z. B. die Frage nach den auslösenden Situationen für die Krankheitsschübe: Prüfungen, Umzüge, körperliche Überlastungen, Hitzeexpositionen, grippale Infekte, Partnerschaftskonflikte usw. Denn, wenn eine Krankheit von den Lebensumständen moduliert wird, dann ist es auch wahrscheinlich, sie durch eine Änderung der Lebensumstände in den Griff zu bekommen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für die Sekundärprophylaxe.

NATUR & HEILEN: Können Sie das näher erläutern?

DR. WEIHE: Während unter Primärprophylaxe alle Maßnahmen verstanden werden, die verhindern, dass es überhaupt zu einer Erkrankung, also z. B. einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall kommt, spricht man von Sekundärprophylaxe, wenn bereits ein Herzinfarkt aufgetreten ist und einem zweiten vorgebeugt werden soll. Das lässt sich auch auf die MS übertragen: Ist es zum ersten Krankheitsschub und zur Diagnose gekommen, wird individuell bei jedem Patienten geprüft, unter welchen Bedingungen die Krankheit aufgetreten ist, ob von einer leichten oder aggressiveren Verlaufsform auszugehen ist und welche Art von vorbeugenden und therapeutischen Maßnahmen in Frage kommt.

ZUVERLÄSSIGE PROGNOSEN

NATUR & HEILEN: Wie erkennen Sie, ob die Krankheit leicht oder aggressiv verlaufen wird?

DR. WEIHE: Dafür gibt es eine Reihe von Kriterien, die in der Hand des Erfahrenen recht zuverlässig sind und mit denen man den Verlauf der MS schon frühzeitig voraussagen kann. Vor langen Jahren hatte ich das Glück, dass es meiner Arbeitsgruppe gelang, als erste zeigen zu können, dass es bei der MS im Gehirn zweierlei Arten von Herden gibt: die "weißen Flecken", die eher als gutartig gelten, und die aggressiveren "schwarzen Löcher". Das war der Grund, mich besonders intensiv mit der Prognose-Forschung zu beschäftigen.

DIE RICHTIGE NAHRUNG FÜRS GEHIRN

NATUR & HEILEN: Wie sieht die MS-Diät aus, die Sie Ihren Patienten empfehlen?

DR. WEIHE: Es gibt keine MS-Diät, aber mindestens drei rationale Erwägungen, die zu berücksichtigen sind: Erstens spricht vieles dafür, dass es sich bei der MS um eine Krankheit handelt, die erstmalig zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgetreten ist. Es könnte sich also wie bei der Arteriosklerose um eine Zivilisationskrankheit handeln, die mit unserer modernen Lebensweise zusammenhängt. Zweitens erkranken in Norwegen arme Fischer fünfmal seltener an MS als reiche Bauern, und drittens liegen Japan und Korea in etwa auf demselben Breitengrad wie Deutschland, sollten also dieselbe MS-Häufigkeit haben. Tatsächlich beträgt sie jedoch nur 1/10 der unsrigen. Daraus ergeben sich Anhaltspunkte für eine vernünftige Ernährung bei der MS: Ich würde Konserven, Auszugsmehle und Zucker meiden, wenig Fett, wenig Fleisch, viel Fisch, viel frisches Gemüse und Reis anstelle von Kartoffeln essen. Aber niemals darf eine Diät dazu führen, dass sie jemanden zum Sklaven macht oder ihm die Lebensfreude nimmt.

DAS HAUS DER MEDIZIN

NATUR & HEILEN: Sie sind bei vielen MS-Patienten dadurch bekannt geworden, dass Sie auch alternative Medikamente einsetzen, z. B. eine Enzymtherapie oder Antioxidantien. Wie sieht das konkret aus?

DR. WEIHE: Mein ganzheitliches Konzept der MS-Behandlung läßt sich am besten als "Haus der Medizin" beschreiben. Im Erdgeschoß ist die Selbsthilfe untergebracht. Jeder Mensch mit MS kann eine Menge selber tun, um wieder gesund zu werden. Betroffene sollten mit dem Rauchen aufhören, Übergewicht abbauen, gesund essen und sich möglichst viel bewegen. Ebenfalls sollten sie lernen, Streß und Überforderungen zu vermeiden und ein möglichst harmonisches Leben zu führen (das man leider nicht auf dem Rezept verordnen kann). Im ersten Stock gelangt man zur Naturheilkunde bzw. den komplementären Verfahren. Als Alternative zu Cortison kommt die Enzymtherapie in Frage und an die Stelle der Betainterferone tritt bei günstigen Verlaufsformen der sogenannte Antioxidantien-Cockail (täglich ein gestrichener Teelöffel Vitamin C, 300 mg Vitamin E, 50 Mikrogramm Selen und 5 Milligramm Zink). Aber wenn das alles nichts hilft, sollte man sich nicht scheuen, die Hilfe der Schulmedizin in Anspruch zu nehmen, die im obersten Stockwerk wohnt.

UMSTRITTENES CORTISON

NATUR & HEILEN: Was halten Sie von Cortison in der MS-Behandlung?

DR. WEIHE: Ich setze es nur sehr zurückhaltend ein, obwohl die Wirkung oft beeindruckend ist. Wenn ein MS-Herd entsteht, bildet sich um ihn herum eine entzündliche, wässrige Schwellung aus, ganz ähnlich wie bei einem Insektenstich. Man spricht auch von einem Umgebungsödem. Dieses läßt den Herd fünfmal größer erscheinen, als er in Wirklichkeit ist. Cortison wirkt nun wie ein Schwamm oder Löschpapier, es saugt das Wasser aus dem geschwollenen Gewebe, und es kommt zu einer raschen Besserung, weil der Druck auf die Nerven nachläßt. Doch das Wunder ist nur scheinbar, weil die Besserung nach ein paar Tagen auch ohne das Cortison eingetreten wäre. Es besteht also absolut kein Zweifel daran, daß durch Cortison die Rückbildung der Symptome beschleunigt wird, aber der Heilungsprozeß selbst wird dadurch nicht günstig beeinflußt. Schließlich handelt es sich ja bei dem Umgebungsödem um eine vernünftige Reaktion des Körpers. Wenn man es vorzeitig zum Abklingen bringt, besteht die Gefahre, daß die Entzündung nicht gründlich genug bekämpft wird, und daß es zu einer schnellen und unvollständigen Narbenbildung kommt, die eventuell zu einem immer neuen Aufflackern der Entzündung in alten MS-Herden führt. Nicht zuletzt aus diesen Gründen ist die Cortison-Stoßtherapie für die Behandlung der MS nicht zugelassen.

BETAINTERFERONE - OFT EIN GESCHÄFT MIT DER ANGST

NATUR & HEILEN: Viele Betroffene werden heute massiv unter Druck gesetzt, Betainterferone zu spritzen. Bei ihrem Arzt hören sie Dinge wie: "Wollen Sie spritzen oder in ein paar Jahren im Rollstuhl sitzen?" Ist das wirkljich die Alternative?

DR. WEIHE: Nein. Ich halte das für einen Skandal. Hierdurch wird nicht nur viel unnötiges Leid erzeugt, sondern auch das Gesundheitssystem, das sowieso schon am Rande des Kollapses steht, in unverantwortlicher Weise belastet.

NATUR & HEILEN: Die Befürworter argumentieren: Was erst einmal zerstört ist, kann nicht wieder gut gemacht werden. Darum sei eine möglichst frühzeitige Behandlung mit Betainterferonen unbedingt erforderlich.

DR. WEIHE: Hier wird ein Geschäft mit der Angst gemacht. Es gibt ein breites Spektrum von MS-Verläufen, das sich von "stummen" Formen über milde Ausprägungen mit wenigen Schüben bis hin zu aggressiven Verlaufstypen erstreckt. Viele (von der Pharmaindustrie unabhängige) Ärzte sind deshalb der Ansicht, daß eine Behandlung gleich nach dem ersten Schub bei einer großen Zahl der Betroffenen überflüssig ist, da die Krankheit auch ohne Medikamente einen günstigen Verlauf nehmen würde. Wegen der doch erheblichen Nebenwirkungen muß die Indikation in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden. Außerdem konnte bisher in keiner Studie überzeugend nachgewiesen werden, daß die Betainterferone tatsächlich einen günstigen Einfluß auf den Langzeitverlauf nehmen. Die MS ist wie die Arteriosklerose eine Krankheit, bei der in leichten Fällen die nichtmedikamentöse Vorbeugung ganz im Vordergrund steht. Jeder Patient ist schlecht beraten, wenn er einseitig auf Medikamente setzt und dabei eine gesunde Ernährung und eine Harmonisierung der Lebensweise vernachlässigt. Während Letzteres für die Arteriosklerose und den Herzinfarkt allgemein anerkannt ist, besteht für die MS noch ein erheblicher Nachholbedarf.

Ein Einsatz von immunmodulierenden Medikamenten, zu denen Betainterferone gehören, ist erst dann zu erwägen, wenn sich Hinweise auf eine aggressivere Verlaufsform finden. Je mehr Zeit sich ein Arzt für Beratung und Aufklärung nimmt, je genauer er die Schübe analysiert, je mehr Mühe er sich gibt, die Krankengeschichte der MS aus der Lebensgeschichte zu interpretieren und je besser seine Kenntnisse in der Kernspintomographie sind, desto weniger Medikamente wird er verordnen.

EIN ORT DES GANZHEITLICHEN HEILENS

NATUR & HEILEN: Sie sind zur Zeit an der Klinik Dr. Evers im Sauerland tätig. Wieso gerade dort?

DR. WEIHE: Nun, zuerst einmal liegt die Klinik wunderschön mit Blick auf den idyllischen Sorpesee. Vor allem aber ist die Eversklinik ein bewährter Ort des ganzheitlichen Heilens bei MS. Das Konzept ist einfach: Lebe und ernähre dich so natürlich wie möglich. Schulmedizin, Ernährungsmedizin, Bewegungsangebote, Gesprächstherapie - hier geht alles Hand in Hand, und das in einem Haus mit einer geradezu familiären Atmosphäre.

NATUR & HEILEN: Viele Betroffene benötigen nur gelegentlichen Rat. Was können sie tun?

DR. WEIHE: Unter dem Motto "Was Sie schon immer über MS wissen wollten" führen wir in der Klinik Dr. Evers Informations- und Gesundheitswochen durch, die sich vor allem an MS-Betroffene richten, die gerade erst von ihrer Diagnose erfahren haben, oder die schon länger mit der Diagnose leben, aber bisher keine Gelegenheit hatten, sich mit ihrer Erkrankung auseinanderzusetzen. (Dr. Weihe ist nicht mehr in der Evers-Klinik!)

NATUR & HEILEN: Eine letzte Frage: Sie setzen sehr auf die gemeinsame Entscheidungsfindung von Arzt und Patient. Ist der Patient damit nicht überfordert?

DR. WEIHE: Nein, der Arzt ist überfordert, wenn er den Patienten nicht um Rat fragt.

NATUR & HEILEN: Dr. Weihe, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch.

- Christine Wagener-Thiele -

MS-Forum Dr. Weihe

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